Falscher Bankmitarbeiter fordert Bargeld von Seniorin (70) – Polizei nimmt Geldabholer fest

(Goldach SG). Am Dienstagnachmittag (20.10.2026) hat eine 70-jährige Frau der Kantonspolizei St.Gallen einen mutmasslichen Telefonbetrug gemeldet.

Die unbekannte Täterschaft forderte die Übergabe von Bargeld. Einen Tag später nahm die Kantonspolizei St.Gallen bei der vereinbarten Geldübergabe einen 21-jährigen Mann fest. Ein finanzieller Schaden konnte verhindert werden.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ort: Goldach, Kanton St.Gallen
  • Betrugsanruf: Dienstag, 20. Oktober 2026
  • Betroffene: 70-jährige Frau
  • Betrugsmasche: Angeblicher Bankmitarbeiter behauptet, es gebe verdächtige Kontobewegungen
  • Forderung: Bargeldübergabe am Folgetag
  • Festnahme: Mittwochabend, 21. Oktober 2026, an der Rebenstrasse
  • Tatverdächtiger: 21-jähriger Ukrainer, mutmasslicher Geldabholer
  • Finanzieller Schaden: Verhindert
  • Weitere Ermittlungen: Mögliche Beteiligung an weiteren Delikten wird geprüft

70-Jährige erkennt verdächtigen Anruf

Am Dienstagnachmittag erhielt eine 70-jährige Frau einen Anruf von einem angeblichen Bankmitarbeitenden. Dieser machte gegenüber der Frau Angaben zu angeblich verdächtigen Kontobewegungen und forderte sie im weiteren Verlauf des Gesprächs zur Übergabe von Bargeld für den Folgetag auf. Da der Frau der Anruf verdächtig vorkam, nahm sie Kontakt mit ihrem Bankberater auf. Dieser konnte den Anruf als Betrugsversuch einordnen. Daraufhin meldete die Frau den Vorfall der Notruf- und Einsatzleitzentrale St.Gallen. Die Kantonspolizei St.Gallen nahm umgehend die Ermittlungen auf.

Polizei nimmt 21-jährigen Geldabholer fest

Am Mittwochabend nahm die Kantonspolizei St.Gallen bei der vereinbarten Geldübergabe an der Rebenstrasse in Goldach einen 21-jährigen Ukrainer fest. Er wird verdächtigt, als Geldabholer am versuchten Telefonbetrug beteiligt gewesen zu sein.

Ermittlungen zu möglichen weiteren Delikten

Die Kantonspolizei St.Gallen führt unter der Leitung der Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen die weiteren Ermittlungen. Dabei wird unter anderem abgeklärt, ob der Festgenommene mit weiteren Delikten in Verbindung steht. Insbesondere wird geprüft, ob er bereits zuvor am selben Tag bei einer weiteren geschädigten Person Geld abgeholt hat.

Polizei.news informiert | Schutz vor Telefonbetrug

Angeblicher Bankmitarbeiter verlangt Bargeld? So reagieren Sie richtig

Bei dieser Betrugsmasche geben sich Kriminelle am Telefon als Bankmitarbeitende aus. Sie behaupten beispielsweise, das Konto sei gefährdet oder es gebe verdächtige Transaktionen. Mit solchen Geschichten versuchen sie, ihre Opfer zu einer Geldübergabe oder zur Preisgabe vertraulicher Daten zu bewegen.

Fünf wichtige Schutzmassnahmen

1. Gespräch sofort beenden: Werden Sie aufgefordert, Bargeld abzuheben oder einer unbekannten Person zu übergeben, legen Sie auf. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.

2. Bank selbst kontaktieren: Rufen Sie Ihren Bankberater oder Ihre Bank über eine Ihnen bereits bekannte Telefonnummer zurück. Verwenden Sie nicht die Nummer, die Ihnen die anrufende Person nennt.

3. Keine vertraulichen Daten preisgeben: PIN, Passwörter, Zugangsdaten und Bestätigungscodes gehören nicht in ein Telefongespräch mit unbekannten Personen.

4. Kein Bargeld übergeben: Überlassen Sie unbekannten Personen weder Bargeld noch Bankkarten oder andere Wertsachen. Eine angebliche Sicherheitsprüfung ist kein Grund für eine solche Übergabe.

5. Polizei verständigen: Melden Sie einen verdächtigen Anruf frühzeitig über die Polizeinotrufnummer 117. Versuchen Sie nicht, vermeintliche Geldabholer selbst zu stellen.

Wichtig: Auch die angezeigte Telefonnummer kann gefälscht sein

Betrüger können mittels sogenanntem Call-ID-Spoofing eine fremde Telefonnummer auf dem Display erscheinen lassen. Selbst wenn dort eine bekannte Banknummer angezeigt wird, ist das kein verlässlicher Beweis für die Identität des Anrufers.

Bereits Geld oder Daten übergeben? Kontaktieren Sie sofort Ihre Bank, lassen Sie betroffene Karten oder Zugänge sperren und erstatten Sie Anzeige. Bewahren Sie vorhandene Informationen zum Anruf und zu allfälligen Zahlungen auf.

Weitere Warnungen vor Betrugsdelikten sowie praktische Hinweise finden Sie bei Polizeinews Prävention und Polizeinews St.Gallen.

 

Quelle: Kantonspolizei St.Gallen
Bildquelle: Symbolbild © Kantonspolizei St.Gallen

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