Kanton St.Gallen: Polizei testet flexiblere Dienstplanung in zwei Regionen
Die Kantonspolizei St.Gallen ist mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert.
Die Organisation muss sich deshalb ständig weiterentwickeln.
In einem Pilotprojekt wird in zwei Polizeiregionen eine flexiblere Dienstplanung getestet.
Die Regierung des Kantons St.Gallen hat sich in ihrer Schwerpunktplanung zum Ziel gesetzt, die Krisenfestigkeit des Kantons zu stärken, um die Sicherheit und das Wohl der Bevölkerung in allen Lebensbereichen so weit wie möglich zu gewährleisten. Eine starke, effiziente und agile Polizeiorganisation ist dafür unerlässlich.
Vielfältige Herausforderungen
Die Kantonspolizei ist mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert. Die steigende Kriminalität, die wachsende Bevölkerung, der Wertewandel in der Gesellschaft, die zunehmende Polarisierung sowie komplexe soziale Probleme sind nur einige davon. Mit ihrer Strategie legt die Kantonspolizei St.Gallen den Fahrplan und die Prioritäten für ihre Zukunft fest. Effektive Polizeiarbeit ist dabei ein wichtiges Handlungsfeld. Gleichzeitig führen die Entlastungsmassnahmen des Parlaments dazu, dass die Ressourcen noch gezielter eingesetzt werden müssen.
Davon ist auch die Regionalpolizei betroffen. Sie ist mit rund 470 Mitarbeitenden die grösste Hauptabteilung der Kantonspolizei St.Gallen. Aufgeteilt in vier Polizeiregionen mit je einem Stützpunkt und 21 Polizeistationen gewährleisten die Mitarbeitenden der Regionalpolizei die polizeiliche Grundversorgung rund um die Uhr.
Regionalpolizei muss beweglich bleiben
Die Regionalpolizei ist mit verschiedenen Entwicklungen konfrontiert. Einerseits werden im Rahmen der Entlastungsmassnahmen des Parlaments die Polizeistationen in Bad Ragaz, Walenstadt, Oberriet und Flawil geschlossen. Dies erfolgt in den Jahren 2026 und 2027. Auf der anderen Seite nehmen Einsätze und Aufträge kontinuierlich zu. Dazu kommen Zusatzaufgebote zu Ordnungsdiensteinsätzen im Rahmen von Fussball- und Eishockeyspielen, Schwerpunktkontrollen oder Demonstrationen.
Gleichzeitig ist die Polizei vor allem an den Abenden und den Wochenenden mit einer steigenden Anzahl an Ereignissen konfrontiert. In der Konsequenz bedeutet dies, dass es je nach Tageszeit mehr oder weniger Mitarbeitende braucht und diese noch flexibler eingesetzt werden müssen.
Pilotversuch in zwei Regionen
Die Kantonspolizei reagiert in der Regionalpolizei auf diese Entwicklungen, indem sie in einem Pilotprojekt eine flexiblere Dienstplanung testet und die Schalteröffnungszeiten auf den Polizeistationen und den Stützpunkten in einem ersten Schritt verkürzt. In einem zweiten Schritt braucht es eine telefonische Voranmeldung, um am Schalter eine Anzeige aufgeben zu können.
Die Polizeiregion Linthgebiet-Toggenburg ist die erste Pilotregion für diese Anpassungen. Der Versuch läuft seit dem 1. Februar 2026. Im März kommt mit der Polizeiregion Werdenberg-Sarganserland eine zweite Region hinzu. Die Pilotversuche dauern bis Ende Jahr. Die Geschäftsleitung der Kantonspolizei wird gestützt auf die Ergebnisse der Auswertung der Mitarbeitenden und Partnerorganisationen Anfang 2027 über das weitere Vorgehen entscheiden.
Ausbau nötig
Die Kantonspolizei St.Gallen liegt im schweizweiten Vergleich bezüglich Polizeidichte im interkantonalen Vergleich im hinteren Drittel. Mit der erwarteten Bevölkerungsentwicklung wird die Zahl der Einsätze kontinuierlich zunehmen. Das Ressourcenproblem wird sich dadurch verschärfen. Die Polizei wird in Zukunft mehr Ressourcen brauchen, um Sicherheit und Ordnung zu garantieren und die vielfältigen Herausforderungen meistern zu können.
Weitere Informationen zur Kantonspolizei St.Gallen und den angepassten Schalteröffnungszeiten im Detail:www.kapo.sg.ch und https://kaposg.link/polizeistationen
Quelle: Kantonspolizei St.Gallen
Bildquelle: Symbolbild © Kantonspolizei St.Gallen
