Kapo St.Gallen: Aufmerksame Anwohnerin hilft Polizei bei Aufklärung von gleich drei Delikten

Auch wenn wir 24 Stunden, sieben Tage die Woche, im ganzen Kanton unterwegs sind, helfen uns Hinweise aus der Bevölkerung wesentlich bei der Arbeit.

Die nachfolgende Geschichte hat sich so zugetragen und zeigt: Was als verdächtige Feststellung beginnt, kann zu einer Kette von Ereignissen führen – und gleich drei Fälle auf einmal lösen.

Eine Anwohnerin blickt aus dem Fenster, giesst die Blumen auf der Fensterbank und beobachtet eine Gruppe junger Männer, die durch das Quartier ziehen. Zunächst scheint daran nichts ungewöhnlich zu sein. Dann bleibt die Gruppe bei einem parkierten Auto stehen. Einer der Gruppe zieht am Türgriff. Das Auto ist verschlossen. Beim nächsten Fahrzeug versucht er es erneut.

Die Frau zögert. Hat sie tatsächlich etwas Verdächtiges gesehen oder gibt es eine harmlose Erklärung? Sie möchte niemanden zu Unrecht beschuldigen. Trotzdem bleibt dieses ungute Gefühl. Schliesslich erinnert sie sich an einen Satz, den sie mit der Kantonspolizei St.Gallen verbindet: «Für Sie da.» Sie greift zum Telefon und wählt den Notruf, schildert, was sie sieht.

Kurze Zeit später treffen die beiden aufgebotenen Patrouillen ein. Die Polizistinnen und Polizisten können gerade noch beobachten, wie die jungen Männer versuchen, ein weiteres Auto zu öffnen. Die Gruppe wird kontrolliert, die Personalien werden aufgenommen. Es steht der Verdacht im Raum, dass Wertgegenstände aus den Autos gestohlen werden wollten.

Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand weiss: Die Diebstähle reihen sich in weitere Delikte der Gruppe ein.

Denn H.M. und seine Begleiter waren in den Tagen zuvor in der Region unterwegs gewesen. Dabei hatten sie zwei Ladendiebstähle begangen und ein Paket vor einem Hauseingang gestohlen. Kleine Delikte, verteilt über verschiedene Tage und Orte, ohne direkt erkennbares Muster.

Zurück zur Kontrolle: Die Polizistinnen und Polizisten stellen bei H.M. einen Sack mit Kleidungsstücken sicher, die sich noch in der Originalverpackung befinden. Auch hier steht der Verdacht des Diebstahls im Raum. Doch wem die Kleidungsstücke gehören, bleibt zunächst unklar. Sie werden sichergestellt und für weitere Abklärungen vorläufig bei der Polizei behalten. Bei einem anderen Mann in der Gruppe schlägt das System Alarm: Er wird wegen zwei kürzlich verübten Ladendiebstählen gesucht. Die nun beschuldigten Männer werden auf eine Polizeistation gebracht und dort eingehend zu den Vorwürfen befragt. Die beiden Ladendiebstähle können geklärt werden, die sichergestellten Kleider verbleiben auf der Polizeistation.

Zwei Tage später meldet sich ein Mann bei einer anderen Polizeistation im Kanton St.Gallen. Er schildert, dass ihm vermutlich ein Postpaket vor dem Hauseingang gestohlen wurde. Er habe Kleider bestellt, aber das Paket sei nun verschwunden. Der Polizist am Schalter merkt anhand der Angaben und einem Abgleich im System, dass es sich um die zuvor bei der Gruppe sichergestellten Kleider handelt. Somit kann auch dieser Diebstahl geklärt und die Ware dem Eigentümer wieder ausgehändigt werden.

Die verdächtige Feststellung der Anwohnerin führte letztlich dazu, dass gleich drei Fälle geklärt werden konnten. Das Beispiel zeigt, wie wichtig Hinweise aus der Bevölkerung für die polizeiliche Arbeit sind. Wer etwas Ungewöhnliches beobachtet und ein ungutes Gefühl hat, sollte deshalb nicht zögern, die Polizei zu informieren.

Hinter einer scheinbar kleinen Beobachtung vom Küchenfenster kann mehr stecken, als man denkt.

 

Quelle: Kantonspolizei St.Gallen
Bildquelle: Kantonspolizei St.Gallen

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